Anrainer als Gestaltungsbeirat

Zum Leserbrief von Helmut Hintner:

 

Lieber Herr Hintner!

Wenn es um städtebauliche Belange geht, sollten bei der Entwicklung die Anrainer in Zukunft schon vor Ausschreibung eines Ausführungswettbewerbes aktiv mit einbezogen werden. Niemand kennt einen Stadtteil oder ein Stadtquartier besser als die dort wohnende Bevölkerung. Der weltbekannte Stadtplaner Jan Gehl spricht sich genauso dafür aus, wie wir Bürger für Salzburg. Gestaltungsbeiräte von außerhalb Salzburgs kenne die Verhältnisse in einem Projektgebiet weniger und sollten daher vor ihrer Beurteilung das Räumliche Entwicklungskonzept (REK) zumindest für diesen Bereich gelesen und verinnerlicht haben.

Nun zu den „gierigen Anrainern“, die laut Ihrem Schreiben auf entsprechendes Bakschisch (Geldleistung) nicht verzichten wollen. In solchen Fällen haben Anrainer gegen die Projekte gekämpft und verloren. Mit den überdimensionierten Volumen ging jedoch eine Schädigung einher. Was würden Sie tun, wenn ein Bauträger Ihnen einen Schadenersatz anbietet? In Anbetracht der schlechten Möglichkeiten für Parteien, auf die unkontrollierte Bauwut einen besänftigenden Einfluss nehmen zu können, meinen wir, dass ein Schadenersatz mehr als gerechtfertigt ist. Aus unserer Sicht könnte intelligente Stadtplanung dazu führen, dass ein Schaden erst gar nicht entsteht.

Wir laden Sie sehr gerne ein, die Sache mit uns bei einem persönlichen Besuch im Schloß Mirabell, Zimmer 108 (Tel.: 0662 – 8072 2850) zu besprechen und sich ein Bild von unserer Arbeit zu machen.

Mit freundlichen Grüßen,

Christoph Ferch

(Salzburger Nachrichten, 14.10.2015)

 

14.10.2015, SN Leserbrief