Bürger für Salzburg decken schweren Verstoß gegen Welterbeschutz auf

Presseaussendung, 04.03.2014

Bürger für Salzburg decken schweren Verstoß gegen Welterbeschutz auf

Am 03.03.2014 hat der Stadtsenat die längst fällige Überarbeitung des Managementplans für die Verwaltung des Weltkulturerbes beschlossen. Damit hat die Stadt unmittelbar vor der Wahl auf die seit 2009 bestehende Forderung der UNESCO reagiert und wird nun in einem ersten Teil das bestmögliche Regelwerk für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem baulichen Erbe – insbesondere hinsichtlich großmaßstäblicher und für Salzburg sehr hohe Bauwerke- entwickeln.

Dieser für Salzburg so wichtige Senatsbeschluss wird dadurch getrübt, dass die Stadt gleichzeitig komplett anders handelt:

Beim Bauprojekt Schwarzstraße 45/ Ernest Thun Str. 2  sollten laut Bauwerber zwei Luxuswohnbauten entstehen, die sowohl in ihrer Höhe als auch in ihrem Volumen weit über dem derzeitigen Bestand liegen und näher an den Kai herangerückt noch dazu eine derzeit bestehende Grünfläche verbrauchen würden.

Die UNESCO hat in ihrer Entscheidung 37COM 7B.72 vom Juni 2013 die Stadt Salzburg aufgefordert, eine Änderung des Projekt-Designs und Verringerung des Volumens durchzusetzen. Darüber hinaus verlangt sie, dass alle weiteren Planungen vor Erteilung einer Baubewilligung einer Welterbe-Verträglichkeitsprüfung unterzogen werden müssen.

In völliger Missachtung dieser Entscheidung hat die Stadt Salzburg unmittelbar nach deren Bekanntwerden eine Bauverhandlung einberufen und das von der UNESCO kritisierte, ursprüngliche Projekte bewilligt.

Die dagegen eingelegte Berufung wurde am 17. Februar 2014 von der Baubehörde der Stadt Salzburg in zweiter Instanz abgelehnt. Damit missachtet die Stadt erneut das Urteil der UNESCO, keine Baubewilligung für das in Geschoßanzahl und Volumen überdimensionierte, den Grünraum und das Gefüge der historischen Stadtlandschaft des Salzachkais störende Projekt zu erteilen. In dieser Bauberufungsentscheidung wird erneut die Ablehnung durch die UNESCO völlig ignoriert!

Die Bürger für Salzburg orten darin eine Fortsetzung des bisherigen fragwürdigen Verfahrens mit rechtswidrigen Vorgaben von Geschoßhöhen von bis zu acht Geschoßen an die Wettbewerbsjury, basierend auf einem manipuliert wirkenden Amtsbericht mit teils kuriosem Inhalt, dem Negieren aktenkundiger Beweise und offenkundiger Widersprüche im Gutachten der SVK.

Christoph Ferch von den Bürgern für Salzburg: „Mittels Scheinlegalität sollen also Fakten geschaffen werden. Die Stadt mit Planungsstadtrat Padutsch an der Spitze muss die Vorgaben der UNESCO endlich ernst nehmen! Die wiederholten Bekenntnisse der Stadtpolitik zum Welterbeschutz und zur Gesetzestreue bleiben also reine Lippenbekenntnisse!“

Aus diesem Grund haben sich die Bürger für Salzburg in einem Schreiben vom 28.02.2014 direkt an den Direktor des UNESCO-Welterbezentrums in Paris, Kishore Rao, gewandt und die UNESCO um ihr Einschreiten in dieser Sache gebeten.

Unter welch fragwürdigen Umständen der Bebauungsplan und die Baubewilligung 1. Instanz zustande kamen, ist im Detail nachzulesen in dem Beitrag im eben erschienenen Buch „Die bedrohte Stadt“ auf Seiten 178 ff „Die Zerstörung des Salzachufers. Stadtplanung als Erfüllungsgehilfe der Baulobby“

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