Padutsch verdreht Tatsachen beim Monsterprojekt Schwarzstraße/Ernest-Thun-Straße

19.08.2015, Krone

So war es wirklich (siehe beigefügtes Schreiben)! Massiv gegen das Welterbe zu verstoßen und gegen die ausdrückliche Empfehlung der UNESCO zu handeln – das ist die Wirklichkeit! Johann Padutsch will Transparenz in diesem von Rechtswidrigkeiten und dubiosen Vorgängen strotzenden Fall- offensichtlich ist er wirklich amtsmüde!

 

Gesendet: Mittwoch, 19. August 2015 um 21:09 Uhr Von: „Ernest Vatier“ <ernest.vatier@gmx.net> An: robert.redtenbacher@kronenzeitung.at Cc: hans-peter.hasenoehrl@kronenzeitung.at Betreff: Kronenzeitungsbericht vom 19. August 2015

Sehr geehrter Herr Redtenbacher,

zu Ihrem heutigen Bericht „Da treiben Nachbarn Preise für Wohnen hoch“, ist im Sinne einer objektiven Berichterstattung betreffend den „zweiten Fall“ (gemeint ist offensichtlich das Projekt Schwarzstraße 45/Ernest-Thun-Straße 2) zur Klarstellung eine Berichtigung des Sachverhalts wie folgt dringend geboten:

Nicht die Anrainer sind an den Bauträger herangetreten, sondern der Bauträger (Baukern) an uns Anrainer. In den folgenden Verhandlungen mit Baukern im Frühjahr 2014 wurden bloße Entschädigungsangebote des Bauträgers für Beschattung durch das große Projekt von den Nachbarn ausdrücklich abgelehnt. Vielmehr wurde von uns Nachbarn auf Ausarbeitung eines kleineren Projektes (ohne Entschädigungszahlung) bestanden. Dieses mit dem Bauträger gemeinsam ausgearbeitete kleine Projekt kommt den  Forderungen der UNESCO nach Welterbeverträglichkeit näher, minimiert zugleich den Schaden für die Nachbarn und wurde in der Folge ebenfalls baubehördlich genehmigt.

Leider war aber der Bauträger dann nicht mehr bereit mit den Nachbarn einen grundbücherlich abgesicherten Vertrag abzuschließen, wonach er endgültig auf das große Projekt verzichtet. Vielmehr bestand der Bauträger in monatelangen Verhandlungen auf eine Vertragsvariante, die ihm die Chance auf Umsetzung des wesentlich profitableren (von der UNESCO abgelehnten) großen Projektes, offenhält. Mangels Alternativen waren die Nachbarn letztlich genötigt, diesen Vertrag zu unterzeichnen, um wenigstens die massive Entwertung der Wohnungen auszugleichen. Die Summe wurde auf Grundlage einer Schattenstudie ermittelt und entspricht lt. Experten dem tatsächlichen Schaden.

Die geschilderten Darlegungen sind aktenkundig belegt und kann deren Richtigkeit auch durch die Rechtsverteter, sowohl der Nachbarn als auch der Gegenseite,  bezeugt werden. Auch die Tatsache, dass sich die Nachbarn nach wie vor für das kleine Projekt und somit gegen Geldzahlungen einsetzen, kann durch ein Schreiben an die Stadtverwaltung bewiesen werden.

Gerade diesen Fall an den überhöhten Preisen für Wohnen (siehe www. fiala-partner.at) aufzuhängen und damit zu versuchen, die Nachbarn in ein schiefes Licht zu bringen, ist grotesk und an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten. Offensichtlich  soll damit bloß von den fragwürdigen Abläufen im eigenen Planungsamt der Stadt Salzburg bei der Erstellung des zugrundeliegenden Bebauungsplanes abgelenkt werden. Die Forderung nach Transparenz (im Sinne von Aufklärung gerade in dieser causa) ist wohl eine unbeabsichtigte Forderung des Planungsstadtrates. Denn bereits mein Beitrag “ Die Zerstörung des Salzachufers – Stadtplanung als Erfüllungsgehilfe der Baulobby“ im Buch „Die bedrohte Stadt“, herausgegeben von Kurt Luger und Christoph Ferch, demonstriert die haarsträubenden Vorgänge im Planungsamt anhand des Wissensstandes Oktober 2013. Die endgültige Beurteilung einer allfälligen strafrechtlichen Relevanz steht noch aus. Bewusst totgeschwiegen wird von Planungsstadtrat Padutsch die Tatsache, dass die UNESCO in ihrer 39. Sitzung in Bonn am 28. Juni bis 8. July 2015 das gegenständliche große Projekt Schwarzstraße / Ernest-Thun-Straße nun erneut massiv abgelehnt hat. Die UNESCO fordert in ihrer Entscheidung ausdrücklich, dass die Empfehlungen der ICOMOS Advisory Mission aus dem Jahre 2013 einzuhalten sind. Die Frage, was Stadtrat Padutsch nun zu tun gedenkt um den Verpflichtungen der Stadt Salzburg zum Schutz des Weltkulturerbes nachzukommen, wäre also das eigentlich Berichtenswerte und hätte die Öffentlichkeit ein Anrecht auf entsprechende Information!

mit freundlichen Grüßen

Dr. Ernest Vatier

Email Ernest Vatier

UNESCO Welterbe selbstverständlich wichtiger als Schadenersatz!

Beim Bauprojekt in der Ernest-Thun-Straße geht es um einen glatten Verstoß gegen die Vorgaben aus der UNESCO Advisory Mission, welche klar gemacht hat, dass weder das Volumen noch die Architektur welterbekonform sind. Gerade die Bürgerliste, die auch ihrem Mitgründer Herbert Fux verpflichtet sein sollte, findet den Schadenersatz, den Gutachter ermittelt haben, verwerflich und nicht die Machenschaften der Schädiger. So kann man die Tatsachen eben auch verdrehen. Wenn die Bürgerliste dafür gesorgt hätte, dass dem Welterbe kein Schaden zugefügt wird, dann wären auch die Anrainer nicht zu Schaden gekommen.

Ernest Vatier hat sich immer für die kleinere der beiden Monstervarianten ausgesprochen. Es wurde auch schriftlich gegenüber der Stadt Salzburg festgestellt, dass die Anrainer für diese „kleinere“ Variante eintreten, auch wenn ihnen dann der Schadenersatz entgeht. Ihnen dann zu unterstellen, dass sie geldgierig seien, lenkt von den eigentlichen Verursachern der Misere ab und stellt die Geschädigten an den Pranger. Hoffentlich erkennt die Bürgerliste bald, dass wir Salzburger Bürger genau wissen, was hier gespielt wird.

 

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